DAS LEBEN SCHREIBT DIE SCHÖNSTEN GESCHICHTEN!

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Ende Januar habe ich euch viel mit meinen Bildern aus dem schönen Ultental zugespamt. Die lustige Geschichte dahinter habe ich euch allerdings noch versprochen, daher gibt es sie heute. Alles begann Ende Dezember, als wir am Tisch saßen und über den Skiurlaub meiner Eltern sprachen. Ich liebe skifahren. Leider konnte ich die letzten Jahre dahingehend aber nichts machen, da ich zu diesem Zeitpunkt regelmäßig Klausuren an der Uni hatte. Aber nach meiner erfolgreich bestandenen Zwischenprüfung im letzten Sommer, war ich nun etwas entspannter und da kam mir ganz spontan die Idee einfach geheim für ein paar Tage nachzureisen und sie zu überraschen. Gesagt. Gebucht. Getan.

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Am 26.01. klingelte mein Wecker um 3Uhr und jeder der mich kennt weiß, dass ich zu so einer unchristlichen Uhrzeit wirklich ein kleiner Maulwurf bin. Also lag ich im Bett und überlegte tatsächlich die ganze Aktion doch noch spontan abzubrechen. Was mich daran hinderte? Mein Drang nach einem Abenteuer und die Stimme in meinem Kopf die mir sagte, dass ich es einfach machen sollte. Also stand ich auf, frühstückte eine Kleinigkeit (Frühstück muss bei mir immer sein, auch wenn es um 3 Uhr nachts ist) und packte die letzten Sachen in meine Tasche. Der Rest befand sich bereits seit dem Vortag im Auto. In der Dunkelheit schlich ich zu meinem Auto und wollte gerade losfahren als ich feststellte, dass mein Geldbeutel weg war. Da ich einen Tag zuvor aber einkaufen war, konnte er nur in meiner Wohnung im Studentenwohnheim sein. Also nochmal hoch und alles durchsucht. Nichts. Also wieder runter zum Auto und siehe da, er war in meiner Naschkiste, die ich mir noch Tags zuvor für die Fahrt zusammengestellt hatte. Da der Maulwurf nun also richtig wach war, konnte die Reise nun auch endlich mit einem fetten Adrenalinstoß losgehen!

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Ich fuhr über München, vorbei an der Allianz Arena bis nach Innsbruck. Dort musste ich kurz anhalten zum Tanken und Leute es war so kalt, sodass ich fast auf dem Weg zwischen Auto und Tankstellenhäuschen erfroren wäre. Mein Scheibenwischer sah das ganze übrigens genauso und verabschiedete sich daher für kurze Zeit von seinem Dienst. Nach einem kurzen Snack ging die Fahrt weiter. Ich tuckerte mit 80km/h gefühlte Stunden durch die vereiste österreichische Landschaft auf einer kerzengeraden Strecke; kein Ende in Sicht. Bis ich dann endlich die Grenze zwischen Österreich und Italien überquerte. Ab dann konnte wieder gerast werden. Zumindest ein bisschen. Ich hatte mir zuhause extra die Videomaut geholt, um schnell und unproblematisch über die Grenze zu kommen. Leider fuhr ich in den falschen Gang rein und war dort sozusagen gefangen. Dort akzeptierten sie nur Kreditkarten. Hinter mir staute es sich schon. Es gab also für mich auch kein zurück mehr. Ich drückte wie wild auf dem Knopf rum, in der Hoffnung doch noch anders zahlen zu können; aber nichts. Der Mann, der auf der anderen Seite Zahlungen entgegennahm beobachtete mich schon die ganze Zeit und dachte sich bestimmt, was ich für eine irre bin. Er leitete mich dann an einen anderen Mann weiter dessen Stimme ich durch die Säule neben mir hörte. Bis ich ihm klar gemacht hatte, dass ich hier nicht mehr rauskomme, weil ich keine Kreditkarte habe, aber für die Videomaut bezahlt habe, vergingen wirklich einige Minuten. Die Leute hinter mir hupten und mir war trotz Kälte zum ersten Mal so richtig warm. Kurz bevor gefühlt der dritte Weltkrieg hinter mir auszubrechen drohte, konnten wir uns dann darauf einigen, dass ich das ganze einfach innerhalb von 10 Tagen überweise. Warum nicht gleich so? Die Schranke öffnete sich und meine Reise konnte also endlich weiter gehen! Kilometerlange Serpentinen, enge Straßen und ziemlich tiefe Abhänge, trennten mich nun nur noch von meinem Ziel. Ich glaube so oft wurde ich noch nie überholt! Wie manche dort hochgebrettert sind würde ich wirklich als lebensmüde betrachten. Um 10Uhr erreichte mich die erste Nachricht meiner Eltern, dass sie nun auf dem Weg auf die Piste sind. Parallel zog ich mich bereits unten im Auto um und fuhr mit der Seilbahn nach oben. Wie ich euch schon in meinem letzten Post erzählt hatte, war ich schon lange nicht mehr dort und es hatte sich vieles geändert. Plötzlich stand ich oben auf der Piste und kam mir vor als wäre ich hier noch nie gewesen. Einen älteren Herren, der auf einer Bank die Sonne genoss fragte ich nach dem Weg zu dem Restaurant, wo meine Eltern immer Rast machten. Er erklärte es mir sehr kompliziert und so musste es natürlich so kommen, dass ich ihn falsch verstand und gerade dabei war in die falsche Richtung zu fahren, als er mir hinterher lief und mich korrigierte. Mein Glück! Warum dieser Punkt so wichtig war, erzähl ich euch gleich. Langlaufmäßig kroch ich also mit meinem ganzen Gepäck zurück und wollte meine Skischuhe einstellen. Sie ließen sich aber, warum auch immer nicht richtig schließen. Mittlerweile war keine Menschenseele mehr weit und breit auf der Piste (eigentlich positiv, wenn man in der Nebensaison geht) in solch einer Situation leider nicht. Ich beschloss also nach dem Motto „Augen zu und durch“ mit teilweise offenen, lockeren Skischuhen die Piste runterzufahren. Leute, macht das nie! Mit der Sonne im Zenit habe ich schon wirklich die Geier über mir Kreisen gehört!

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Irgendwann auf halber Strecke tauchte ein Skilehrer auf, der mich  natürlich fragte, ob alles okay sei. Peinlich berührt, sagte ich natürlich das alles super ist. Er muss mich auch für verrückt gehalten haben! Und stellt euch vor ich wäre ausversehenen die Linke Piste runter gefahren, dann hätte ich die Schwarze komplett mit offenen Schuhen bis nach unten fahren müssen. Mein Todesurteil! Schweißgebadet kam ich also an dem unteren Restaurant an und wollte mich nun auf meinen großen Auftritt vorbereiten, als sich die Blicke von mir und meinem Vater kreuzten. In dem Moment dachte ich, ich wäre aufgeflogen, da er seinen Mund vor lauter Schock nicht mehr schließen konnte. Zuerst ließ ich mich davon aber nicht beirren und zog meine Skier aus. Währenddessen stupste er meine Mutter an und wollte ihr zeigen, dass er jemand gesehen hat, der mir sooooo ähnlich aussieht. Woran das wohl lag?;) Angesprochen hätte er mich aber nie meinte er, da ihm sowas schon mal passiert ist und es dann zu einer ziemlich peinlichen Verwechslung kam. Da er aber nicht aufhörte zu glotzen, dachte ich nach ein paar Minuten das er es wirklich gecheckt hatte und winkte ihm zu. Richtig realisiert hatte er es aber erst als ich auf ihn zukam und ihn zum Hallo sagen umarmte. Meine Mutter war noch total skeptisch, sodass sie es auch nach dem Hallo noch nicht glauben konnte. Ein wahres Bild für die Götter und wirklich schade, dass ich es nicht mehr filmen konnte, weil sich meine Pläne durchkreuzten. Aber nein liebe Freunde, auch hier ist die Geschichte noch nicht aus, denn mit im Urlaub waren auch noch mein Onkel und meine Tante, sowie meine Oma, die es auch noch zu überraschen galt. Zu dritt fuhren wir nun also hoch zu dem oberen Restaurant, wo sich die anderen befanden. Langsam steuerte ich mit Helm und geschlossenem Visier auf dem Kopf auf den Tisch zu und fragte meine Oma, ob hier den noch ein Platz frei wäre. (Ihr müsst wissen, meine Oma ist wirklich die liebste Person auf Erdenrund will wirklich nie jemandem was böses, ihr Reaktion hat also so garnicht zu ihr gepasst) In einem wirklich sehr bösen Ton antwortetet sie: NEIN HIER IST KEIN PLATZ FREI!!!!! Ich entgegnete: Sicher? Sie: JAAA!!!!!! Bevor meine Tante, die auch schon mit den „Hufen“ scharrte mit in die Situation einsteigen konnte, fragte ich meine Oma: Kennst du mich nicht? Ab da war ihr klar, wer dahinter steckte! Und auch die Blicke der beiden waren einfach zu gut! Nun fehlte also nur noch mein Onkel! Als er gerade seine Skier ausziehen wollte lief ich zu ihm und fragte ihn: Entschuldigen Sie, wie viel kosten denn ihre Skier? Mein Onkel ganz verdutzt: (er hatte mir nachher erzählt, dass er die Skier schon 10 Jahre hatte und noch nie jemand ihm so eine Frage gestellt hatte:D) Öhhh, keine Ahnung?! Daraufhin schaute ich auch ihn an und fragte ihn ob er mich denn kennt! Es war so unglaublich lustig und wir lachen noch heute über dieses Erlebnis. Ihr seht manchmal muss man sich auch einfach was trauen. Es klappt vielleicht nicht immer alles wie geplant, aber dafür entstehen Geschichten, die man noch in Jahrzehnten gerne erzählt. Das ist Leben!

Habt ihr auch schon Mal jemand auf so ungewöhnliche Weise überrascht?

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5 Comments

  1. März 10, 2017 / 9:36 pm

    Ein schöner Blogpost. Eine wirklich tolle Geschichte sie zaubert ein Schmunzeln auf mein Gesicht

  2. März 10, 2017 / 9:58 pm

    Die Tasche ist zum verlieben😍

  3. März 10, 2017 / 10:08 pm

    Wow! Was für ein toller Blogpost und das Outfit steht dir auch echt gut! 🙂

    Alles Liebe,
    Jasmin von Jasminslittlelifestyleblog.wordpress.com

  4. März 10, 2017 / 10:26 pm

    Coole Story!
    Ich hab auch schon so etwas ähnliches gebracht 😉 Immer wieder nett sowas. Kann mir die Blicke vorstellen!

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