SIND WIR NUR EINE NUMMER?

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Ist euch schon Mal aufgefallen, wie oft wir tagtäglich mit Zahlen konfrontiert werden? Ich denke meistens fällt es uns schon nicht mehr auf. Für mich als Mathephoebikerin eigentlich eine echte Horrorvorstellung. Heute morgen erst stand ich in der Schlange eines schwedischen Möbelhauses, um einen Fehlkauf zurückzubringen. Dabei zog ich eine Nummer. Ich bin die 65.  Neben mir die 43, sie ist gleich dran und tippt schon ganz nervös mit ihren Fußspitzen auf dem Boden. Das da nicht schon ein Loch ist, ist ja alles. Aber wer weiß wie lange sie schon hier steht. Nummer 52 rennt hinter ihrem kleinen Sohn (Nummer 52 Junior?!), der langsam beweglich wird, mal kurz aus dem Spieleland einen Stuhl zum Ausgang trägt und fast von der Drehtür erschlagen wird, hinterher. Nummer 68 ist gerade erst gekommen und regt sich über die Mitarbeiter auf, da nur 1 Schalter von 4 offen hat, obwohl 5 Mitarbeiter an einem Schalter stehen und über einen Fall von Nummer 41 diskutieren.

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Eigentlich begann das alles schon viel früher. Bereits bei der Geburt kriegt man schließlich eine feste Nummer zugewiesen, unter der wir alle identifiziert werden können. In der Schule werden wir durchgezählt und verglichen. „Du hast nur einen Durchschnitt von 2,5? Ja also ich habe einen Durchschnitt 1,2“ (eine die fast immer 15 Punkte schrieb). Bei Onlinehändlern gibts die Kundennummer und in der Uni kriegt man eine Matrikelnummer zugewiesen. Auf dem Kassenzettel steht das ich von Kassiererin Nummer 4 bedient wurde und auf der Rechnung des Restaurants sind wir Tisch 2. Sind wir mit unserem Auto unterwegs, erkennt man uns an unserem Kennzeichen, wenn wir im Krankenhaus sind, sind wir der Patient von Zimmer 1, 2, 3, 4,…und in der Kleidungsgeschäft sind wir Größe 34, 36, 38, 40, 42,…Ja, wir sind wandelnde Binärcodes in einer immer fortschreitenden,  technologisierten Gesellschaft.

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Vor wenigen Tagen habe ich die magischen 10K auf Instagram geknackt. Eigentlich ein wirklich besonderer Moment für mich. Ich glaube für jeden Blogger. Trotz der Freude, hat es mich jedoch nachdenklich gestimmt. Nachdenklich, weil mir erst Mal klar geworden ist, dass einige Unternehmen einen auf eine Zahl abstempeln. Ganz nach dem Motto: “Du hast keine 10K? Sorry aber dann können wir nicht mit dir zusammenarbeiten.“ So als ob die 10K irgendwas aussagen würden. Nein, es ist einfach eine Zahl. Und nur weil man 10K hat, zeugt das noch lange nicht von Qualität. Theoretisch könnte ja jeder innerhalb eines Tages 10K oder 100K haben, wenn er mal eben im WorldwideWeb shoppen geht. Stattdessen aber auf die Mühe und Qualität eines Bloggers abzustellen, gehen einige Unternehmen nur noch von Zahlen aus. Zahlen regieren die Welt. Quantität geht vor Qualität. Je höher die Nummer der Follower, desto mehr Kooperationen. Traurig aber wahr.

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Zahlen über Zahlen. Wo bleibt aber das Menschliche? Sind wir wirklich nur Nummern in diesem unendlichen Konstrukt was sich Universum nennt? Einerseits ist es natürlich der Einfachheit halber positiv, um einen Staat zu organisieren. Trotzdem wird der Mensch dadurch auf eine Zahl reduziert und verliert einen Teil seiner Persönlichkeit. Und um die Persönlichkeit geht es doch schließlich. Sie macht uns zu dem was wir sind und lässt uns uns gegenseitig unterscheiden.

Oder?

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4 Comments

  1. Mai 3, 2017 / 7:13 pm

    Ich habe bisher eigentlich noch nie so darauf geachtet, aber du hast vollkommen recht. Wir alle sind in vielen Fällen einfach nur eine Zahl! Irgendwie total verrückt! Danke für den Gedankenanstoß!!! Mal sehen ob ich das nun bewusster wahr nehme 😉 BTW Herzlichen Glückwunsch zu 10k, eine tolle Leistung! Alles Liebe Iris <3

  2. Mai 3, 2017 / 7:25 pm

    Ja, manchmal kommt man sich wirklich nur vor wie eine Nummer. Vor allem auf Ämtern und Behörden. Da wird nicht nach dem Menschen und seiner Geschichte geschaut. Man wird regelrecht katalogisiert. Ansonsten stören mich Zahlen im Alltag eher wenig. Ich mag sie sogar um ehrlich zu sein. Vielleicht durch meinen erlernten Beruf 😀
    Dass du so viele Abonnenten auf Instagram hast – wow, Glückwunsch dazu

    herzliche Grüße
    Katrin von maxiprimus

  3. Mai 3, 2017 / 7:33 pm

    So ein schöner, nachdenklicher Post! Ich kann dir nur zustimmen, muss aber auch sagen, dass wir uns durch dieses „abstempeln“ nicht entmutigen lassen sollten. Ich persönlich fühle mich oft extra angespornt, noch mehr zu leisten.
    Was ich sehr schade finde, ist wenn aufgrund einer Nummer keine Zeit mehr für ein persönliches Gespräch bleibt. Da gehen viele Qualitäten verloren.
    Alles Liebe,
    Theresa | http://www.primetimechaos.com

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